Mal ehrlich

Das Zentrums-Management Liestal berichtet in regelmässigen Kolumnen in der ObZ über Projekte, Entwicklungen und Hintergründe rund um das Stedtli und die Arbeit des Zentrums-Managements.

Februar 2026

Mal ehrlich

„Puh, dein Job? Den möchte ich nicht. Viel zu herausfordernd. Viel Glück!“ Diesen Satz habe ich schon oft gehört. Und ehrlich? Ich verstehe, woher er kommt. Zentrums-Management klingt vordergründig nach tollen Events, schönen Begegnungen und ein wenig Stadt-Deko.

In Wirklichkeit steckt viel mehr dahinter: zuhören, vermitteln, abwägen – vor allem Koordinationsarbeit. Zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen von Betrieben, Besuchenden, Anwohnenden und weiteren Akteurinnen und Akteuren. „Zu wenig los“, sagt der eine. „Schon wieder ein Anlass?“, meint jemand anders.

Die einen wünschen sich mehr Bewegung, die anderen mehr Ruhe. Und alle haben – auf ihre Weise – recht. Genau darin liegt die Herausforderung: Interessen ernst zu nehmen, ohne sich in ihnen zu verlieren. Aber wem soll man es recht machen? Den Lautesten? Den Dringlichsten? Seit ich diese Aufgabe übernommen habe, stelle ich mir diese Frage immer wieder. Und ich merke: Es geht nicht darum, allen zu gefallen.

Das lässt sich weder erreichen noch durchhalten. Es geht vielmehr darum, hinzuhören, Ideen aufzunehmen, Verantwortung zu übernehmen und den Überblick zu behalten – auch dann, wenn Entscheidungen nicht für alle gleich nachvollziehbar sind.

Am Ende geht es nicht um perfekte Lösungen, sondern um die Bereitschaft, Verantwortung zu teilen und im Gespräch zu bleiben. Entwicklung entsteht dort, wo Gespräche nicht abbrechen und man dranbleibt – auch wenn es herausfordernd wird. So wächst Zukunft, Schritt für Schritt.

Zentrums-Managerin Liestal, Marion Ernst